AIDAblu 2018 - Kanaren

18.01.-08.02.2018:

  • Kanaren
  • 10 Tage ab Teneriffa
  • 3.912 Seemeilen / 7.245 Kilometer

Häfen:

  • Santa Cruz, Teneriffa
  • Funchal, Madeira
  • Lissabon, Portugal
  • Cadiz, Spanien
  • Puerto del Rosario, Fuerteventura
  • San Sebastian, La Gomera
  • Santa Cruz, La Palma
  • Las Palmas, Gran Canaria


Blogbeiträge zu AIDAblu 2018 - Kanaren

Durch allzu enge Gassen

Ein schönes hat das fest angestellt sein ja doch: wer sich nicht langweilen will, muss sich nicht langweilen. Es hat sich doch tatsächlich super kurzfristig ergeben, dass ich nach nur sieben Tagen daheim wieder losschippern darf, dieses Mal über die Kanaren, um dort die Kollegen zu unterstützen, denen ein-zwei Scouts abhanden gekommen sind.

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Spanisches Flair

Endlich zurück in einer Sprache, die ich besser kenne als Portugiesisch – und dann ist Spanien ja auch noch so schön! Die blu fährt nur einen spanischen Festlandhafen an, der Rest sind alles Inseln der Kanaren, die ja eigentlich sehr viel näher am afrikanischen Kontinent liegen als am europäischen. Aber bin ich dann jetzt in Europa oder in Afrika?

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Zwischen Matsch und Blumen

Ich stehe ja generell total auf Inseln. Man kommt an, hat ein paar Stunden und kann dann eigentlich schon sagen, dass man, wenn schon nicht alles, dann doch wenigstens von allem ein bisschen was gesehen hat. Aber auch mit ein paar Grad wärmer und ein bisschen weniger Wind wäre das hier bei weitem keine Karibik und keine Südsee…aber man kann halt nicht alles haben.

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Windgepeitscht

Seegang ist erst, wenn der Horizont keine grade Linie mehr ist. Wenn die Abflussrohre so einen Schub von unten bekommen, dass das Wasser aus dem Abfluss der Dusche blubbert. Wenn die Wellen im Wassertank unter meiner Kabine so sehr brechen, dass es mein Bett erschüttert. Wenn mitten in der Nacht die Schubladen mit einem Rumms plötzlich offen stehen und sobald man schaut, mit einem Rumms schon wieder zugefallen sind. Wenn dir die Badezimmertür zuwinkt. Und wenn das Schiff so verbaut ist, dass du abends nicht nur in den Schlaf geschaukelt sondern auch geknarzt wirst.

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Zwischen Brücken und Kanälen

Es heißt, dass der Canal Grande wie ein Fragezeichen durch die Stadt fließt, um die Besucher jederzeit zu fragen „Wie lang wird es Venedig so noch geben?“ Der Boden, aus dem Venedigs Inseln bestehen, ist ganz weich und morastig, und ähnlich wie in Amsterdam stehen die Gebäude nur, weil unter ihren Fundamenten Abertausende von Holzpfählen in den Boden gerieben wurden, um irgendeine Art festen Grund zu schaffen.

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Housekeeper for a day

Nachdem unser Auslaufen aus Venedig sich verspätet hatte, musste der nächste geplante Hafen Split in Kroatien ausfallen. Schade, da soll es sehr schön sein, aber was soll man machen? Kroatien fiel ja nicht ganz aus, denn Dubrovnik stand danach auf dem Plan und wir konnten extra langsam losschippern um dorthin zu kommen und waren so gar nicht unter Zeitdruck. Ganz seltsam, so plötzlich einen unverhofften Seetag zu haben. Die Hälfte der Besatzung war im Riesenstress, noch irgendein Programm für den Seetag auf die Beine zu stellen, der Rest von uns wusste irgendwie so gar nichts mit unserer Zeit anzufangen.

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Die Wiege des Christentums

Während der Muezzin vom nächsten Minarett ruft, betet am Wegrand jemand mit einem Rosenkranz in der Hand und vorbei laufen kleine Jungen mit Schläfenlocken. Verrückte Welt, könnte man meinen, wo sich die ganze Welt bekriegt, weil Muslime, Christen und Juden sich einfach nicht verstehen können. Hier scheint es irgendwie zu funktionieren und nicht umsonst heißt Jerusalem auch „Stadt der drei Religionen“.

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Wo Lawrence wandelte

Vor einigen Jahren ließ ich mich breitschlagen zum Fernsehen mit Mama, denn es lief „Lawrence von Arabien“ und laut Mama ist das ein episches Werk filmerischer Meisterleistung oder so…ganz genau weiß ich es nicht mehr. Ich erinnere mich aber noch dran, dass der Film unglaublich lang ging und sich extrem zog während Lawrence durch die arabische Wüste reitet. Die Landschaft hinter ihm war aber schon ziemlich fantastisch.

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Die Nummer 50

Der große Plan war ja eigentlich, dreißig Länder besucht zu haben bis ich dreißig bin. Den Plan musste ich schon vor über einem Jahr aufgeben, als wir auf unserer Transreise aus der Karibik zurück Richtung Europa in Dominica Halt machten. Das war Land Nummer 30 und seither hat sich meine Weltkarte im Kopf doch noch ein ganz schönes Stück weit gefüllt. Dank einer kleinen feinen Excel-Liste, die die Tanja’sche Reisegeschichte seit April 1991 festhält, weiß ich immer genau bei welcher Nummer ich grade bin – und wann es Grund zu feiern gibt. Wie zum Beispiel am vergangenen Montag: Land Nummer 50!

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Die letzten Spuren der Sklaven

Seit über 180 Jahren gibt es keine Sklaverei mehr auf Mauritius, die letzten Reste davon sieht man aber noch heute. Die Geschichte der Insel ist geprägt von so vielen verschiedenen Einflüssen, dass man heute nicht mehr wirklich identifizieren kann, was von wem stammt. Der Linksverkehr ist eindeutig übrig geblieben aus der britischen Phase, die Gesetze und Regeln aus der französischen Kolonialzeit, die Hautfarbe zu großen Teilen von den afrikanischen Sklaven, die im 18. und 19. Jahrhundert Mauritius zu Reichtum verhalfen.

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Wir lagen vor Madagaskar

So richtig hatte ich irgendwie gar nicht auf dem Schirm, dass mein neues Fahrtgebiet in Afrika ist. Afrika war immer diese riesige Landmasse da irgendwo im Süden, wo man vielleicht irgendwann mal hinfliegt um eine Safari zu machen. Dass die ganzen Inseln im Indischen Ozean geographisch gesehen auch zu Afrika gehören, kam mir gar nicht wirklich in den Sinn, bis ich dann wirklich hier war.

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Afrika, Afrika

Für mich war Madagaskar immer Natur pur. Ich habe immer nur an die Chamäleons und Lemuren gedacht, so wie eben im Film Madagaskar. Hätte ich mehr drüber nachgedacht, wäre mir vermutlich auch bewusst geworden, dass es keine Insel ist, auf der nur Chamäleons und Lemuren leben, denn es ist schließlich die viertgrößte Insel der Welt. Madagaskar ist halt irgendwie bei den meisten Europäern nicht so präsent auf der Weltkarte im Kopf, sondern eben diese Insel da unten vor Afrika, wo man sowieso nie hinkommen wird.

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Nachdem der Meeresboden brach

Zurück in der Zivilisation und zurück vor allem in der Europäischen Union – und das so plötzlich und so weit weg von zu Hause! La Réunion ist ein sogenanntes Département d’Autremer, ein französisches Überseegebiet. Früher war das wie üblich eine französische Kolonie, nur ist es eben nie wieder unfranzösisch geworden wie die anderen Inseln. Vor einigen Jahren gab es eine Volksabstimmung, bei der die Mehrheit der Einheimischen ihre Stimme dafür abgab, in der EU und damit in Frankreich zu bleiben. Wir europäische Crewmitglieder freuen uns über den Ausgang dieser Abstimmung sehr, denn endlich – endlich! – gibt es wieder freies Handynetz!

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King Julien and Friends

Die madagassische Natur ist einfach atemberaubend. Schlau wie ich bin hatte ich direkt zu Beginn unserer regulären Indik-Route angekündigt, dass man mir keine Freude macht, wenn man mich auf die Strandtransfers schickt. Also durfte ich tolle Ausflüge begleiten, die wirklich in die Natur raus gingen und da gibt es ja so viel zu entdecken!

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Tourismus in den Kinderschuhen

Tourismus ist für die meisten Madagassen ein Fremdwort. Noch, jedenfalls. Solche tollen Menschen wie unser Hafenagent Alessandro investieren viel Zeit und Geld in den Ausbau einzelner Regionen um das Land auf Vordermann zu brauchen, was es auch dringend braucht. Politisch war die Situation lange Zeit nicht wirklich prickelnd, besonders nachdem Frankreich sich als Kolonialmacht zurückgezogen hatte und Madagaskar unabhängig wurde.

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Dahin wo der Pfeffer wächst

Sogar an Halloween und am Valentinstag werden unsere Schiffe richtig schön geschmückt und an Fasching rennt die halbe Crew verkleidet rum. Deswegen hatte ich mich sehr auf Weihnachten an Bord gefreut, das erste Mal für mich, denn bisher habe ich es doch immer vor den Feiertagen nach Hause geschafft.

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City Life auf Madagassisch

Die Kreuzfahrtroute durch den Indischen Ozean hat mich gleich zu Beginn sehr positiv überrascht. Wenn man in der Karibik ein paar Inseln gesehen hat, sieht man doch immer recht viele Parallelen zwischen den einzelnen Ländern. Aber hier sind die Inselnationen wirklich vielfältig und jedes unserer Ziele hat irgendwie was eigenes, was die anderen nicht haben. Trotzdem hat mich besonders Madagaskar beeindruckt und deswegen kann ich nicht umhin, nochmal ein paar Eindrücke mit euch zu teilen.

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Arm im Geist

Madagaskar lässt mich tatsächlich nicht los. So viele Eindrücke, die ich kaum vergleichen kann mit allem, was ich in meinem Leben schon gesehen habe, und dann so viele Menschen, die meine Faszination so gar nicht verstehen können oder wollen.

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